Sardinien

Für 2 Wochen war ich in Sardinien, unter anderem auch um Vögel zu fotografieren. Zielarten waren vor allem der Rosaflamingo, der Steinkauz und die eine oder andere Grasmücke. Die erste Woche verbrachte ich im Süden von Sardinien, in Villasimius.  Bereits 10 Minuten nach der Ankunft gab es das erste ornithologische und fotografische Highlight: eine Samtkopfgrasmücke zeigte sich für einen kurzen Moment.

In Villasimius befindet sich eine kleine Lagune, welche unter anderem auch Heimat für einige Rosaflamingos ist. Als ich zum ersten Mal die Lagune besuchte, stand die Sonne noch ziemlich hoch am wolkenlosen Himmel. Eigentlich nicht die besten Bedingungen zum Fotografieren. Die meisten Flamingos ruhten in der Mitte der Lagune. Nur einige wenige suchten etwas näher bei mir nach Nahrung. Weil zwischen Lagune und Meer nur eine kleine Sandbank lag, ergab sich trotz dem schlechtem Licht eine ziemlich gute Komposition.

Als ich das zweite Mal zu den Flamingos ging, waren diese zwar etwas näher, trotzdem war ich mit dem Bild nicht wirklich zufrieden. Die Wolken waren für einmal fehl am Platz. Beim dritten Mal entschied ich mich also, die Flamingos von der anderen Seite der Lagune zu fotografieren, um einen interessanteren Hintergrund zu erzielen. Wieder hatte es einige Wolken am Himmel. Darunter waren auch einige mächtige Gewitterwolken. Als ich mich zum Rand der Lagune begab, wurde ich aber schnell davon abgelenkt. Vier kleine weisse Vögel rannten am Wasser entlang. Ich wollte mich bereits in den Sand legen, als sich leider die Flamingos entschieden aufzufliegen und sich in der Nähe des Strandes niederzulegen. Dies zog innerhalb von Sekunden einen Haufen von Touristen an, welche sich direkt auf die vier kleinen Vögel zu bewegten. Ich konnte die vier gerade noch bestimmen, bevor sie rufend davonflogen. 3 Seeregenpfeifer und ein Sandregenpfeifer! Ich hielt weiter Ausschau nach den Vieren und etwas von den Touristen entfernt konnte ich sie wieder entdecken. Etwa 20 Meter von ihnen entfernt, legte ich mich nieder. Zum Glück hatte ich den Lenscoat vorher montiert. Somit war wenigstens die Kamera einigermassen geschützt. Während rund einer halben Stunde kroch ich mich Zentimeter um Zentimeter an die ruhenden Tiere heran. 

Während diesen 30 Minuten tat sich so einiges am Himmel und zu meiner Überraschung begann es plötzlich zu regnen. Und wie es zu regnen begann!

Innerhalb von Minuten war ich klitschnass.

Der Regen weckte wohl auch die Regenpfeifer und diese wurden nun plötzlich sehr aktiv. Die vier verteilten sich in alle Richtungen, kamen aber immer wieder zurück. Zurück zu mir. Dazu kam noch, dass plötzlich eine Korallenmöwe in der Nähe landete.

Nach rund 20 Minuten entfernten sich die Regenpfeifer langsam. Völlig durchnässt und voller Sand liess ich die vier in Ruhe. Die Touristen, welche unter ihren Sonnenschirmen Schutz gesucht hatten, staunten nicht schlecht, als ich mit einem breiten Grinsen den Strand hinauf lief.

In der zweiten Woche, im Norden von Sardinien, wollte ich ich mein Glück mit dem Steinkauz versuchen. Leider hatte ich kein Glück. Immerhin sah ich noch eine Blaumerle, einige Kuhreiher und eine Wildsau. Leider habe ich keine guten Fotos machen können. Während den zwei Wochen habe ich mich auch mit der Landschaftsfotografie beschäftigt. Allerdings hatte ich ziemlich Mühe eine gute Komposition zu finden.

Obwohl ich keinen Steinkauz und nur wenige Grasmücken gesehen habe, bin ich insgesamt zufrieden. Ich habe in den 2 Wochen rund 40 Arten gesehen. Darunter waren 8 "Lifer". Vor allem die Regenpfeifer werden mir für immer in Erinnerung bleiben. Hier geht’s zu den gesamten Fotos.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Sie finden mich auch auf Instagram und Flickr.


Aktualisiert: 3.12.2018