Neusiedlersee Teil III

Der Neusiedlersee ist unteranderem auch bekannt für Wat- und Wasservögel. Vor allem in den Salzlacken und Wiesen brüten verschiedenste Limikolen wie z.B. der Säbelschnäbler, Stelzenläufer und Kiebitz. Die meisten Salzlacken stehen unter Schutz und sind meist nur aus grosser Entfernung zu sehen. Zum Fotografieren also mehr oder weniger ungeeignet. Weil die Salzlacken aber im Sommer mittlerweile gänzlich austrocknen, müssen die Vögel ausweichen. Dann findet man Säbelschnäbler und Co. plötzlich an den Badeseen.

Nachdem ich am Zicksee die Ziesel fotografierte widmete ich mich den neuen Bewohnern des Badestrandes. Kampfläufer, Bruchwasserläufer und Flussregenpfeifer suchten am Ufer nach Nahrung während weiter draussen Säbelschnäbler und Stelzenläufer das seichte Wasser absuchten. Voller Vorfreude begab ich mich an den Strand und legte mich auf den Schlick. Doch solange ich auch wartete, ein Vogel schien nicht aufzutauchen. Auch das Licht war alles andere als optimal. Der Strand war nämlich so gelegen, dass die abendliche Sonne von der Seite auf die Vögel schien. Die angeleuchtete Seite der Vögel war also völlig überbelichtet, während die schattige Seite viel zu dunkel war. Nach 2 Stunden und einem einzigen Bruchwasserläufer packte ich enttäuscht meine Kamera ein. So viele Vögel am Strand aber nur ein einziger vor der Linse!

2 Tage später versuchte ich mein Glück nochmals. Diesmal suchte ich einen Spot am Strand der vom Licht her etwas besser gelegen war. Gerade als ich zu einer kleinen Landzunge laufen wollte hörte ich einen lauten Ruf. Ich schaute mich um und entdeckte einen Flussregenpfeifer in der Nähe. Statt wegzufliegen blieb er stehen und vertraute seiner guten Tarnung. Langsam legte ich mich auf den Boden damit ich einen besseren Winkel erhielt. Nach einigen Minuten schien er mich vergessen zu haben und lief weiter den Strand hinauf.

An meinem Spot angekommen dauerte es nicht lange bis ein Säbelschnäbler dem Ufer entlang kam. Leider war es auch an diesem Abend relativ windig und das Wasser aufgewühlt. Das wunderbare Licht und der elegante Vogel machten das aber wett.

Nochmals einen Tag später versuchte ich es erneut. An diesem Tag hatte es aber deutlich weniger Wind. Am Zicksee angekommen war die Wasseroberfläche spiegelglatt. An der gleichen Landzunge entdeckte ich eine Säbelschnäbler-Familie. Die Eltern waren damit beschäftig einen Artgenossen zu verscheuchen. Deshalb konnte ich mich langsam den Jungen annähern. Glücklicherweise bemerkten mich die Eltern, auch nachdem sie den Artgenossen vertrieben hatten, nicht. So konnte ich die Familie für eine längere Zeit bei der Nahrungssuche beobachten und fotografieren.

Leider entdeckten daraufhin 3 Touristen die Familie. Mit dem gezückten Handy liefen sie auf die Jungen zu. Sofort suchte die Familie die Distanz. Nachdem die Touristen dann endlich wieder verschwanden konnte ich noch einen Stelzenläufer fotografieren. Damit konnte ich auch noch eine meiner letzten Zielarten für diese Ferien abhäkeln.

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Aktualisiert: 4.10.2019